Krzysztof Furtas | DAS ENDE DER ZEIT | 12.01.-28.02.2017 | Galerie Brüderstraße

Vernissage am 12.01.2017 um 17:00 Uhr | Herzlich willkommen!

Meine Intention ist es, dass die in Görlitz gezeigte Ausstellung um ein gewisses verborgenes Potential kreist, das der Kunst innewohnt – das Potential der Freiheit. Ich gehe davon aus, dass sich die Kunst im individuellen Ausmaß an jenen Prozess annähern kann, durch den man die persönliche Befreiung erlangt.
Meine Inspiration, sich diesem Thema zu nähern, war die Lebensgeschichte von Olivier Messiaen,  eines französischen Komponisten, der 1940/41 neun Monate im Stammlager VIII A in Görlitz gefangen war. Er beschreibt, wie er während seiner Gefangenschaft den permanenten Zustand des Leidens und der Verzweiflung erdulden musste. Doch er konnte die Wirklichkeit des Lebens im Lager durchbrechen, indem er am 15. Januar 1941 zusammen mit drei Mitgefangenen ein ungewöhnliches Werk aufführte, das „Quatuor pour la fin du temps“ (deutsch: „Quartett für das Ende der Zeit“), das er während seiner Gefangenschaft komponiert hatte.
Ich bin nicht im Stande einzuschätzen, was die Arbeit an diesem Stück für Messiaen unter diesen unseligen Umständen bedeutet hatte. Doch ich erkenne in diesem Schaffensakt eine Flucht in die Freiheit – einen Ausweg, der dem Komponisten unbeeinflusst von der entsetzlichen Wirklichkeit möglich war.
Langsam beginne auch ich, die Kunst so zu begreifen – ich hoffe auf ihre Wohltaten, beachte aber auch den Aspekt der Illusion, der ihr innewohnt.

 

Krzysztof Furtas